Daniel Strücker vom Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) ist ins Präsidium des europäischen Bauverbands aufgerückt. Der Schritt stärkt die deutsche Baubranche in Brüssel erheblich – in einer Phase, in der EU-Regulierung zu Klimaschutz, Lieferketten und Vergaberecht massiven Druck auf Handwerksbetriebe und Bauunternehmen ausübt.
Für österreichische Baubetriebe ist die Entwicklung relevant, weil europäische Verbandspolitik längerfristig auch nationale Gesetze und Normierungen beeinflusst. Ein starker deutscher Einfluss im EU-Bauverband kann die Handlungsspielräume für Compliance und Kostenkalkulationen verändern – besonders bei grenzüberschreitenden Projekten und bei der Auslegung von EU-Vorschriften zur Nachhaltigkeit.
Strückers Agenda dürfte darauf zielen, deutsche und europäische Bauinteressen gegen überambitionierte Regulierung zu positionieren. Wie stark sich das auf Österreichs Baubranche und WKO-Politik auswirkt, hängt davon ab, ob und wie die österreichischen Kammerlandschaft in diesen Verbandsprozessen Gegengewicht bildet.