Die Berner Fachhochschule (BFH), Fachbereich Architektur, Holz und Bau, baut ihr Weiterbildungsangebot weiter aus. Der Fokus liegt auf Fachkräftequalifizierung im Bausektor, insbesondere rund um nachhaltiges Bauen und Holzkonstruktion. Die Hochschule reagiert damit auf eine wachsende Nachfrage nach praxisorientierter Weiterbildung in einem Markt, der sich durch verschärfte Energievorgaben und steigende Anforderungen an Materialeffizienz verändert.

Weiterbildung als strategischer Schwerpunkt

Die BFH hat Informationen zu ihrem Weiterbildungsangebot veröffentlicht und dokumentiert damit ihre Strategie, Fachkräfte aus Architektur, Holzbau und Bauwesen gezielt weiterzuqualifizieren. Die Hochschule setzt dabei auf eine Kombination aus Tragwerks-Kenntnissen, digitaler Planung und nachhaltigen Konstruktionsmethoden. Damit positioniert sie sich im Wettbewerb mit anderen Weiterbildungsanbietern – darunter private Akademien, Branchenverbände und internationale Online-Plattformen.

Die Zielgruppen umfassen Architekten, Bauingenieure, Holzbauer sowie Fachkräfte aus der Bauplanung, die ihre Kompetenzen in spezifischen Feldern vertiefen wollen. Besonders gefragt sind Lehrgänge, die sich mit der Integration von BIM-Methoden in die Planung, der Optimierung von Holzkonstruktionen und der Umsetzung von Energieeffizienz-Anforderungen befassen. Die BFH verknüpft dabei theoretische Grundlagen mit Praxisbeispielen aus laufenden Forschungsprojekten und Industriekooperationen.

Nachhaltiges Bauen im Zentrum der Lehrgänge

Ein zentraler Baustein des Weiterbildungsangebots ist das Thema nachhaltiges Bauen. Die Schweiz hat mit den MuKEn 2014/2026 verbindliche Energievorgaben für Neubauten eingeführt, die Architekten und Planer vor neue Herausforderungen stellen. Die BFH adressiert diese mit Modulen zu Gebäudehülle, Energiekonzepten und Materialökobilanzen. Auch das Gebäudeprogramm CH, das die energetische Sanierung von Gebäudehüllen fördert, spielt in den Kursen eine Rolle.

Holzbau bildet einen weiteren Schwerpunkt. Die BFH vermittelt Kenntnisse zu modernen Holzkonstruktionen, die in der Schweiz zunehmend auch im mehrgeschossigen Wohnungsbau zum Einsatz kommen. Die Hochschule nutzt dabei ihre eigene Forschungsinfrastruktur, darunter Labore für Holzwerkstoffe und Statik. Teilnehmer lernen, wie sie Holz als Baustoff in Kombination mit anderen Materialien einsetzen und dabei statische, brandschutztechnische und ökologische Anforderungen erfüllen.

Digitale Planung und BIM-Kompetenzen

Die Weiterbildungen der BFH integrieren digitale Planungswerkzeuge und BIM-Methoden. In der Praxis arbeiten Büros zunehmend mit Software von Anbietern wie Autodesk, Nemetschek Group oder Allplan Nemetschek. Die BFH vermittelt, wie sich BIM in bestehende Planungsprozesse integrieren lässt und welche Vorteile die Methode bei der Koordination von Fassade, Tragwerk und Haustechnik bietet.

Für kleinere Büros, die den Einstieg in BIM suchen, bietet die Hochschule praxisorientierte Module an, die auf die Bedürfnisse von Teams mit begrenzten Ressourcen zugeschnitten sind. Das Thema ist besonders relevant, da öffentliche Auftraggeber in der Schweiz zunehmend BIM-basierte Ausschreibungen fordern. Die BFH arbeitet hier auch mit Partnern aus der Industrie zusammen, darunter Bauunternehmen wie Implenia und Eberhard Bau Schweiz.

Wettbewerbsumfeld und Differenzierung

Die BFH steht im Wettbewerb mit anderen Weiterbildungsanbietern im deutschsprachigen Raum. Dazu zählen Fachhochschulen in Deutschland und Österreich, die ebenfalls auf nachhaltiges Bauen und digitale Planung setzen, sowie private Akademien und Branchenverbände. Die Differenzierung erfolgt über die enge Verzahnung von Forschung, Lehre und Praxisprojekten. Die BFH kann auf laufende Forschungsvorhaben zurückgreifen und deren Erkenntnisse in die Weiterbildung einfließen lassen.

Ein weiterer Vorteil ist die regionale Verankerung. Die Hochschule kooperiert mit Schweizer Baufirmen, Planungsbüros und öffentlichen Auftraggebern. Das ermöglicht es, Lehrgänge auf die spezifischen Anforderungen des Schweizer Marktes auszurichten – etwa auf die kantonalen Energievorgaben oder die Besonderheiten des Schweizer Baurechts. Gleichzeitig öffnet die BFH ihre Angebote für internationale Teilnehmer, die von der Schweizer Expertise in den Bereichen Holzbau und Präzisionsfertigung profitieren wollen.

Zielgruppen und Kursformate

Die BFH richtet sich mit ihrem Weiterbildungsangebot an verschiedene Zielgruppen. Dazu zählen erfahrene Architekten und Ingenieure, die ihre Kompetenzen in spezifischen Bereichen vertiefen wollen, ebenso wie Berufseinsteiger, die sich auf Themen wie Nachhaltigkeit oder digitale Planung spezialisieren möchten. Auch Projektleiter und Führungskräfte aus Bauunternehmen gehören zur Zielgruppe, insbesondere wenn es um die Steuerung komplexer Projekte oder die Einführung neuer Planungsmethoden geht.

Die Kursformate sind flexibel gestaltet. Die BFH bietet berufsbegleitende Lehrgänge an, die es Teilnehmern ermöglichen, ihre Berufstätigkeit fortzusetzen. Die Module sind modular aufgebaut, sodass Teilnehmer einzelne Schwerpunkte wählen können. Neben Präsenzveranstaltungen setzt die Hochschule auch auf digitale Lernformate, die ortsunabhängiges Lernen ermöglichen.

Bedeutung für die Fachkräfteentwicklung

Die Erweiterung des Weiterbildungsangebots der BFH ist vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels im Bausektor zu sehen. In der Schweiz und im gesamten deutschsprachigen Raum fehlen qualifizierte Planer, die mit neuen Materialien, digitalen Werkzeugen und nachhaltigen Bauweisen umgehen können. Weiterbildungsangebote wie die der BFH tragen dazu bei, diese Lücke zu schließen. Zudem ermöglichen sie es Fachkräften, sich in einem dynamischen Markt weiterzuentwickeln und ihre Beschäftigungsfähigkeit zu sichern.

Die BFH dokumentiert mit ihrem Angebot auch die Transformation der Baubranche. Während früher vor allem handwerkliche Fertigkeiten und klassische Planungsmethoden im Vordergrund standen, sind heute interdisziplinäre Kompetenzen gefragt. Architekten müssen nicht nur entwerfen, sondern auch Energiebilanzen erstellen, digitale Modelle koordinieren und ökologische Materialien bewerten. Die Weiterbildungsangebote der BFH bereiten auf diese erweiterten Anforderungen vor.

Weitere Informationen zur strategischen Ausrichtung der Hochschule finden sich in den Artikeln BFH baut Auslandskontakte für Architektur- und Baustudium aus und BFH prüft Studium Architektur und Holzbau auf Praxistauglichkeit.

Quellen